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Zeitlose biblische Lehren

Sterben, Totenreich, Himmel und Hölle

Mai
14
Unvoreingenommenes Bibelstudium

Bei ehrlichem Bibelstudium stellen wir fest, dass es durch das AT und das NT hindurch eine zunehmende Offenbarung über Himmel, Hölle und Totenreich gibt – nicht aber eine eigentliche Lehre.
Um zu einem guten Erkennen „dieser letzten Dinge“ (Eschatologie) zu kommen, bedarf es eines traditionsunabhängigen Studiums der Hl. Schriften. Eine edle Aufgabe, die unendlich viel Segen bringt.
Apg 17,11 | Ps 1,1-3

Sterben, Totenreich, Himmel und Hölle
Sterben, Totenreich, Himmel und Hölle

 

Das Totenreich im AT

Der (die) Scheol (hebräisch: Tiefe, Grube, Grab, Totenreich) des Alten Testaments soll hier nicht erörtert werden. Für Interessierte folgen aber hier einige Stellenangaben. Diese zeigen, dass schon die Hebräer um die Weiterexistenz der Seele des Menschen im Scheol wussten: 1Sam 28,11-19 | Ps 16,10 | Pred 12,7 | Jes 14,9-11 | Hes 32,21 | Jon 2,3 und weitere. Auch die Stellen von der Verklärung Jesu bezeugen, dass die Persönlichkeit des Menschen im Scheol weiterlebt.
Apg 2,31 | Mt 17,1-8

 

Lazarus und der reiche Mann in Lk 16,19-31

Diese Geschichte erzählte Jesus Leuten, die noch nicht von neuem geboren sein konnten. Wahrscheinlich ausschliesslich Leuten des Alten Bundes. Nach Jesu Worten gibt es im Totenreich, dem Hades (nicht Hölle = Gehenna), beidseits eine unüberbrückbare Kluft. Einen Bereich für die Seelen (= Geister nach Heb 12,22-24), die Gott zugehören und einen Bereich für die Verlorenen.
Ob es im Hades noch andere Orte gibt, sagt uns die Bibel nicht eindeutig. Aber, ohne eine Sonderlehre kreieren zu wollen, wage ich zu denken, dass es noch einen anderen, grossen Bereich geben muss. Nämlich ein Bereich derer, deren Namen im Himmel nicht wie der des Lazarus bekannt waren/sind, die aber auch nicht so gottlos waren/sind. Nicht so, wie die des Vaterhauses des reichen Mannes, die von Gott nichts wissen wollten (denn damit war ihr ewiges Los schon besiegelt: jenseits der unüberwindbaren Kluft, schon im Totenreich (noch nicht in der Hölle) Qualen leidend, und zwar bei vollem Bewusstsein). Was ist mit den Mengen von Menschen, die nie oder nur falsch von Jesus gehört haben? Weil diese bei Gottes Liebe nicht einfach verdammt sein können, aber – nach Jesu Worten – auch nicht ohne von oben aus Gott geboren zu sein, gerettet sind, muss ihnen doch wohl noch im Totenreich das Evangelium verkündet werden. Das hat nichts mit einer sogenannten zweiten Chance zu tun. Und darüber zu entscheiden, wer die sind, die noch keine Chance zur Entscheidung für oder gegen Jesus hatten, steht allein Gott zu – keinem Menschen.
Joh 3,3-7 | Joh 7,38-39 | Heb 12,22-24 | Lk 16,27-31 | Offb 20,15 | Joh 3,3-7 | 1Pet 3,18-21 | 1Pet 4,6

 

Was geschieht auch noch im Totenreich?

Übrigens auch alle „im Schoss Abrahams“ (= alle Gott Zugehörigen des Alten Bundes), mussten irgendwann von oben geboren werden. Warum nicht damals, als Jesus im Geist, als Geist-Seele, im Totenreich seinen Sieg heroldete? Er hat die wider sie (und uns) lautende Schuldschrift mit seinem Leib ans Kreuz genagelt und sie damit weggeschafft. Die Mächte, die sie auf Grund ihrer Verfehlungen im Tod festhalten konnten, hat er entwaffnet und blossgestellt. Denke über Apg 2,24 und Joh 14,30 nach: Weil Jesus ohne eigene Sünde war, konnte ihn der Tod nicht festhalten. Und jetzt hat er alle die, die ja schon auf den Messias warteten, und die, die sich auf sein Herolden hin neu zu ihm bekehrten, als erbeutete Gefangene im Triumph mit sich geführt. Wohin hat er sie „in ihm“ geführt? Wohl an den Ort, von dem Paulus triumphierend schrieb: „Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn das ist weit besser.“
Lk 16,22 | 1Pet 3,18-21Kol 2,13-15 | Apg 2,24 | Joh 14,30 | Eph 4,8-10 | 1Pet 4,6 | Phil 1,232Kor 5,4-9

 

Die Auferstehung aller Menschen

Alle Menschen, die je gelebt haben, werden nach der ersten Auferstehung zum Leben oder nach der zweiten Auferstehung zum Gericht eine Art Leiblichkeit haben. Die erste Auferstehung besteht aus Christus, dem Erstling. Dann aus allen, die entrückt werden und schliesslich noch aus den Märtyrern der letzten Trübsalszeit. Die Auferstehung zum Gericht besteht aus den übrigen Toten, die erst zum Endgericht wieder lebendig werden.
Wenn ein biblisch glaubendes Kind Gottes stirbt, geht seine Geist-Seele zum Herrn. Bei der ersten Auferstehung bekommt jeder, der in Christus ist, seine Geist-Leiblichkeit im Sinne von Phil 3,20-21. Das ist die Vollendung des Glaubens in Christus!
Ob der Bereich, wo die in Christus Entschlafenen auf die Erlösung (auch ihres Leibes) warten, das Paradies ist, zeigt uns die Heilige Schrift nicht eindeutig. Jesus hat zum Verbrecher am Kreuz gesagt: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein“. Nach diesem Wort hätte Jesus „den Schoss Abrahams“ als Paradies und Teil des Totenreichs bezeichnet. Jesus ging ja unmittelbar nach seinem Sterben in den Hades, um die Gefangenen für sich gefangen zu führen. Siehe weiter oben. Nach dem griechischen Neuen Testament kann man Lk 23,43 auch anders interpunktieren: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein“. So hätte Jesus den Bereich gemeint, wo die biblisch glaubenden „bei Christus“ sind, aber noch nicht ihre Geistleiblichkeit empfangen haben. Möglicherweise hat Paulus von diesem Paradies gesprochen. Die Sache scheint mir nicht eindeutig, ist aber für unsere lebendige Hoffnung auch nicht von Bedeutung.
Wichtiger und eindeutig ist, dass alle unbiblisch Glaubenden jetzt noch im Hades sind, wo sie auf das schreckliche letzte Gericht warten. Es ist zur Zeit noch niemand in der Hölle. Und dieses furchtbare ewige Feuer ist ursprünglich für den Teufel und seine gefallenen Engel (Dämonen) bereitet.
Joh 5,28-29 | 1Kor 15,20-24 | Offb 20,4-6 | 1Thess 4,13-18 | Offb 6,9-11 | Offb 7,9-14 | Offb 20,4-6 | Offb 20,11-21 | Phil 1,23 | 2Kor 5,4-9 | Heb 12,22-24Phil 3,20-21Heb 12,2 | Röm 8,18-23 | Eph 1,13-14 | Lk 23,39-43 | 2Kor 12,4 | Lk 16,23 | Heb 10,26-31Offb 20,11-15 | Mt 25,41 | Gen 5,24 | 2Kön 2,11-12 | Mt 27,51-53

 

Ausserordentliche Ereignisse

Es müssen jetzt noch drei ausserordentliche Vorkommnisse erörtert werden: Die Hinwegnahme Henochs; die Himmelfahrt Elias‘; die Leiber von Heiligen des Alten Testaments, die im Zusammenhang mit Jesu Sieg am Kreuz vielen erschienen. Zu keinem der drei Vorkommnisse werden lehrmässige Erklärungen hinzugefügt. So können wir eigentlich nur sagen: Der allmächtige, allwissende und allgegenwärtige Gott, unser himmlischer Vater, kann jederzeit ausserordentliche Dinge tun – auch in meinem Leben!
Gen 5,24 | 2Kön 2,11-12 | Mt 27,51-53

 
Armin Reichenbach
 

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