theBible

Zeitlose biblische Lehren

Offenbarungen Gottes an die Menschen

Mrz
08
Die Heiligen Schriften

Die Heiligen Schriften sind an die Menschen gerichtete Offenbarungen Gottes. Für diese Tatsache gibt es viele Bibelstellen. Wir haben, wenn wir die Heilige Schrift studieren, inspiriertes Wort von Gott vor uns. Deshalb müssen wir immer wieder fragen: Was hat der ewige Autor seinem „Werkzeug“ durch seinen Geist inspiriert? Wozu haben die Diener Gottes die Wörter gewählt, die sie eben wählten? Was wollte Gott durch seine „Werkzeuge“ damals sagen? Was soll mir/uns „das Wort“ heute sagen? Wir sollen unbedingt ehrlich, sorgfältig und kompetent mit der Bibel umgehen, sonst werden wir, bewusst oder unbewusst, zu Kritikern Gottes und Jesu Christi. Und das ist gefährlich! (1Mo 1,28; 2Sam 23,2-4)

Die Bibel: Offenbarungen Gottes an die Menschen
Die Bibel: Offenbarungen Gottes an die Menschen

 

Die Überlieferung der Heiligen Schriften

Die Teile der Bibel sind von gut 40 Verfassern innerhalb von gut 1400 Jahren in Hebräisch, Aramäisch und Griechisch geschrieben worden Die „Schreiber“ waren ganz unterschiedliche Menschen: Bauern, Berufsleute, Staatsmänner, Könige. Durch all die 66 Bücher zieht sich wie ein roter Faden durchgehend ein Thema: Jesus Christus! Das grosse Brockhaus-Bibellexikon schreibt: Die Botschaft vom Mittler der Erlösung, vom Weg der Erlösung und vom Erbe der Erlösung (Jer 1,4; Jer 7,25-28; Jer 29,10; 2Chr 36,15-16; Esr 1,1; 2Tim 3,14-17; 2Pet 1,18-21; 2Pet 3,2-7; Heb 1,1-3 u.w.; 5Mo 4,1; 5Mo 13,1).
Bei all den Verschiedenheiten der Verfasser, ihrer Sprachen und ihren Zeiten ist die Einheit der Bibel ein einzigartiges Wunder Gottes.
Das gilt auch für die Überlieferung bis in unsere Zeit. Die moderne Textforschung, die tausende von Handabschriften bis zu den kleinsten Fundstücken genauestens entziffern und einordnen kann, beweist, dass unsere Grundtextvorlagen den Originalen gleichwertig sind.
Die Ergebnisse der Archäologie (Altertumsforschung, Ausgrabungen) und vor allem die wissenschaftliche Verarbeitung der Qumran-Funde zeigen klar: Und die Bibel hat doch recht. (Spr 30,5-6; Offb 22,18-19; Mat 24,35; Mat 5,18 u.w.; Jes 40,8)
 

Das Apokryphen-Problem

Auch wenn damals das Schreiben nicht so einfach war, gab es doch immer schon, von Gott und seinem Wort her beurteilt, unberufene Schreiber. So entstanden die sogenannten Apokryphen und Pseudepigraphen.
R. Liebi schreibt in seiner ausgezeichneten Schrift: „Ist die Bibel glaubwürdig?“ auf Seite 15: „Es zeugt von grosser Gewissenhaftigkeit und rühmenswertem Forschersinn, dass von der frühen Kirche nach und nach all die vielen gefälschten Schriften samt und sonder mit ganzer Entschiedenheit abgewiesen wurden.“
Wegen dieser unechten und nicht dem Kanon (=Richtschnur) gemässen Schriften gab es später sogar schwierige Konzilien (Versammlung kath. Würdenträger). Es kamen leider immer wieder Vertreter irriger Lehren auf. Damals wie heute versuchen solche Leute, sich auf irgendwelche Schriften und Bücher zu berufen.
Weil z.B. die Lehre vom Fegefeuer und vom Beten für Verstorbene in den echten Schriften übereinstimmend nicht zu finden waren, wollte man unbedingt die Makkabäer-Bücher als echt anerkannt haben, obwohl sie bis heute nie zu der eigentlichen Bibel der Hebräer (=AT) zählten (2Mak 12,42-45).
Es kam z.B. auch die zweifelhafte Auffassung vom Heiligen Geist als dritter Person der Gottheit auf. Zur Zeit der Apostel war diese „Meinung“ noch kein Streitpunkt. Paulus schrieb darum noch unbeschwert: „Aber der Herr ist der Geist.“ Wo der Geist Gottes ist, ist Gott und wo Gott ist, ist sein Geist! Jesus wohnt in den Kindern Gottes mittels des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist wird in keiner Bibelstelle als quasi eigenständige Person der Gottheit dargestellt. Unsere Bibel braucht den Begriff Dreieinigkeit nicht, obwohl es ein vollkommenes „Ein-sein“ Gottes des Vaters und des Sohnes gibt, und das durch den einen Geist aus Gott. Etwas anders gelagerte Streitigkeiten ergaben sich um die „Unfehlbarkeit des Papstes“ und die „unbefleckte Empfängnis der Maria als Mutter Gottes“ u.a.m. (2Kor 3,17-18; Joh 14,15-20; 1Kor 2,11-12; Röm 8,9-17).
Lehrstreitigkeiten kommen nicht von der echten und treuen Gemeinde Gottes, sondern von mehr oder weniger vom Wort abweichenden Leuten, die dann ihre Lehrmeinungen sektiererisch vertreten.
 

Bibelauslegung, nicht -einlegung

Wir haben gesehen, unsere Grundtextvorlagen sind OK. Leider kann man das nicht von allen Übersetzungen sagen. Der Standpunkt des Übersetzers spielt, ob bewusst oder unbewusst, eine bedeutende Rolle. So wird z.B. ein Theologe, der die „Taufwiedergeburt“ vertritt, immer gefährdet sein, in die entsprechenden Texte etwas von seiner Auffassung einfliessen zu lassen.
Darum ist ehrlich zu beachten, was Paulus zu seiner Zeit als Apostel und Träger der Erweckung Gottes an die Galater schrieb (Gal 2,1-2). Er war demütig genug zu erkennen, dass auch grosse Erkenntnis nur „teilweise“ ist (1Kor 13,9). Lasst uns statt selbstsicher zu werden, ergänzungsbedürftig bleiben! Es kann passieren, dass jemand, der uns gar nicht in den Kram passt, Wichtiges zu sagen hat. Wir denken anders als die Weltmenschen! Es darf keine Auslegung aus dem Zusammenhang herausgenommen werden – auch nie aus der Gesamtlehre der ganzen Bibel (Mk 24,3-26; Apg 20,28-31; 2Kor 11,3-4).
Immer bessere Bibelkenntnis ist unabdingbar. Wer sie noch nicht hat, sollte mit Behauptungen nie voreilig sein, denn das verunmöglicht ehrliches Prüfen und echte Gemeinschaft. Sogenannte christliche Bücher dürfte ich eigentlich nur lesen, wenn sie mir echte Hinführung zum Wort Gottes sind (2Pet 2,1; Offb 22,17-19 u.w.).
Lasst uns keinesfalls die ernsten Mahnungen bezüglich Irreführungenübergehen. Eine „Einlegungsgefahr“ sei noch besonders erwähnt: Die Vergeistlichung von Texten. So spricht z.B. Offb 20,14-15 von Tod, Totenreich und Feuersee. Die vergeistigende Auslegung sagt: Es gibt keine Hölle als Ort der Qual, sondern letztlich richtet sich das Böse immer selbst und das ist in der Bibel als Hölle bezeichnet. Solche Aussagen sind gefährlich, denn sie meinen nicht das, was Gott eigentlich sagen wollte. So verführt Satan (Offb 20,14-15; 1Mo 3,1-7).
 

Erfüllte Prophezeiungen

Roger Liebi: Erfüllte Prophetie. Messianische prophetische Erfüllung und historische Echtheit. 5. Auflage. Ein empfehlenswertes Buch. Wir können hier nicht so breit auf das Thema eingehen.

Jesu Geburtsort vorausgesagt

Der Prophet Micha, 742-687 v. Chr., weissagte, dass der Messias aus Bethlehem kommen werde. Das hat sich wortwörtlich erfüllt (Mi 5,1-6; Lk 2,4-5; Joh 7,42).

Jesu verkannt

Der Prophet Jesaia, 740-700 v. Chr., hat vorausgesagt, wie der „Gottesknecht“ an unserer Stelle leiden und dabei missachtet werde, aber er war doch um unserer Sünde willen bestraft (Jes 53,1-12; Ps 16,8-10; 1Pet 2,19-24).

Jesu Auferweckung prophezeit

König David war auch ein Prophet, 1012-972 v. Chr. Er redete schon damals von Christi Auferweckung und von dessen Königreich im Heiligen Geist (Apg 2,14-24; Apg 2,37-42; Joel 3,1-5; Mat 4,17).

Gottes Reich im Sinn des Basileia (=Königreich) der Himmel voraus angekündigt

Der Apostel Petrus spricht darüber in seiner einmaligen Pfingstpredigt. Er erklärt, was der Prophet Joel, 810-750 v.Chr., vorausgesagt hat.
An dieser Stelle noch eine kleine Erörterung: „Über alles Fleisch“ meint nicht, dass Gott in einer Endzeiterweckung seinen Geist über alle Menschen ausgiessen will. Wenn er das täte, wäre er ungerecht. Man wäre zur Frage gedrängt, warum er das nicht von Anfang an getan hat. Die Weltgeschichte wäre dann anders verlaufen. Joel’s Stelle will sagen: Im AT kam Gottes Geist nur über bestimmte, chargierte Persönlichkeiten (Propheten, Priester, Könige u.a.) zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Im Neuen Testament gibt Gott seinen Geist allen, die echt an Jesus Christus glauben (Apg 2,38-41; Apg 15,8-9).
 

Das prophetische Wort

„Und so besitzen wir das prophetische Wort (um so) fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist.“ (2Pet 1,19-21)
Darum auch Offb 22,18-19:
„Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.“

Armin Reichenbach

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

%d Bloggern gefällt das: